Im Katastrophenschutz haben seit vielen Jahren verschiedenste IT-Anwendungen Einzug gehalten. Doch was passiert, wenn diese im Einsatz ausfallen oder aus anderen Gründen nicht funktionieren? Für solche Fälle benötigen wir stets eine verlässliche Rückfallebene – genau diese haben wir kürzlich geübt.
Im Einsatz nutzen wir zur Kommunikation mit der Technischen Einsatzleitung ein spezielles Programm zur Stabskommunikation, das im Grunde wie ein E-Mail-System aufgebaut ist. Nachrichten können dabei per Mausklick gezielt an die jeweilige Funktion gesendet werden. Steht dieses System jedoch aus irgendeinem Grund nicht zur Verfügung, greifen wir auf sogenannte 4-fach-Vordrucke zurück.
Diese Vordrucke bestehen aus vier unterschiedlich farbigen Seiten. Auf ihnen werden die Nachrichten handschriftlich erfasst und anschließend durch Boten verteilt. Welche Angaben erforderlich sind, wie der Vordruck korrekt ausgefüllt wird und wer welche Farbkopie erhält, wurde zunächst theoretisch erläutert und anschließend im Rahmen einer praktischen Übung angewendet.
An der Übung nahmen neben unserer Einheit auch die Technische Einsatzleitung des Landkreises Südwestpfalz sowie die Führungsunterstützung der Feuerwehr Pirmasens teil.
Die Lagedarstellung ist im Einsatz ein wichtiges Hilfsmittel, da sie den Einsatzkräften schnell einen besseren Überblick über die Gesamtlage verschafft.
Um den Umgang damit zu festigen, üben wir regelmäßig mit unserem Lagedarstellungssystem. Kürzlich haben wir dazu mit zwei Gruppen parallel dieselbe Lage an jeweils einer Tafel dargestellt.
Zum Abschluss wurden die Ergebnisse miteinander verglichen. Ziel war es, unsere Vorgehensweise zu vereinfachen und eine einheitliche Struktur für zukünftige Lagedarstellungen zu entwickeln.
Am vergangenen Wochenende trainierten zahlreiche Einsatzkräfte im Landkreis Südwestpfalz gemeinsam im Rahmen einer realitätsnahen Großübung.
Das Szenario:
Ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten PKW sowie einem LKW, bei dem insgesamt 10 Verletzte unterschiedlicher Kategorien versorgt werden mussten. Die Verletzten wurden durch professionell geschminkte und gebriefte Mimen dargestellt, um die Lage möglichst realistisch abzubilden.
Schwerpunkt der Übung:
Im Fokus stand die Kommunikation und Koordination zwischen den einzelnen Einheiten. Über den ELW 2 wurde die Leitstelle simuliert und sämtliche Anfragen von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst koordiniert und abgearbeitet.
Beteiligte Einheiten:
• Feuerwehr VG Thaleischweiler-Wallhalben
• KatS-Modul San Landkreis Südwestpfalz
• ASB KV Südwestpfalz
• SEG-S Stadt Pirmasens
• DRK OV Dahn & DRK OV Zweibrücken
• Rettungsdienst der DRK Rettungsdienst Südpfalz gGmbH
• Abschnittsleitung Gesundheit Landkreis Südwestpfalz (mit ELW 1)
• IUK Landkreis Südwestpfalz (mit ELW 2)
Solche Übungen sind unerlässlich, um Abläufe zu optimieren, die Zusammenarbeit zu stärken und im Ernstfall schnell sowie effektiv helfen zu können.
Am Samstag, 27. September 2025, fand in Rheinland-Pfalz der 1. Landesübungstag statt. Ziel dieser Großübung war es im neu gegründete Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz ein realistisches, zusammenhängendes Lagebild aus dem ganzen Bundesland zu generieren. Auch wurden die Kommunikationswege zu den einzelnen Stellen getestet, Landesweit trainierten mehr als 5.000 Einsatzkräfte in rund 100 Szenarien, die von lokalen Schadenslagen bis zu großflächigen Einsatzlagen reichten.
Auch der Landkreis Südwestpfalz übte an diesem Tag mit mehreren Verbandsgemeinden, im Zeitraum von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr, eine Unwetterlage. Die Technische Einsatzleitung und wir koordinierten zusammen mit den Feuerwehreinsatzzentralen die Einsatzlage, die wichtigsten Meldungen wurden über verschiedene Kommunikationswege an das Lagezentrum im Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz weitergeleitet.
Das Katastrophenschutzmodule Betreuung und Verpflegung Landkreis Südwestpfalz versorgte alle Einsatzkräfte im Landkreis Südwestpfalz mit einem sehr leckeren Mittagessen. Wie immer waren auch Kameraden der Feuerwehr Pirmasens mit von der Partie.
Über den Tag verteilt haben wir auf Facebook und Instagram die Übung begleitet, unseren Beitrag und unserer Story in den beiden Netzwerken wurde insgesamt mehr als 6000 mal aufgerufen.
Wir bedanken uns bei euch allen für das große Interesse an unserer Arbeit.
Wir stellen ein neues Lagedarstellungssystem in Dienst.
Unser bisheriges Lagedarstellungssystem wurde vor etlichen Jahren durch Mitgliedern der IuK Einheit selbst gebaut. Nach unzähligen Übungen und einigen Einsätzen hat dieses System einige gebrauchspuren und nun war es an der Zeit alles auszutauschen.
Das neue Lagedarstellungssystem besteht aus über 2500 Einzelteilen und ist in zwei Einsatzkoffern verstaut. Alle taktische Zeichen sind magnetisch und aus Acrylglas gefertigt, neben allen nötigen Zeichen „Einheiten, Maßnahmen, Gefahren, usw.“ gibt es alle Einsatzfahrzeuge von Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem Landkreis Südwestpfalz und der Umgebung.
Zwei „Tafelsätze Führung“ die bereits im Vorfeld beschafft wurden runden das System ab. Die beiden Tafeln haben je eine Größe von 2m (höhe) auf 3,5m (breite) und verfügen über acht einzelnen Tafeln aus Metall. Das Grundgestell besteht aus Aluminiumprofilen und kann einfach zusammengesteckt werden, auch ist es möglich die beiden Tafeln miteinander zu verbinden und zu erweitern. Die Tafeln werden in zwei Flightcase gelagert.
